Eine Rohkost-Ernährung kann grundsätzlich für alle etwas sein, für Vegetarier, Veganer oder ebenso für Personen, die alles verzehren. Jedoch sollten die Speisen und Getränke keineswegs erhitzt werden. Es gibt verschiedene Formen der Rohkost. Bei der Rohkost für Veganer werden Lebensmittel wie Früchte, Gemüse, Blattgrün, Kräuter, Nüsse, Samen, Öl, Avocados, Oliven, Pilze, Sauerkraut und Sprossen gegessen. Das Blattgemüse ist bei der veganen Rohkost die Basis, damit der Bedarf an Eiweiß gedeckt werden kann. Die Rohkost für Vegetarier umfasst neben dem, was in der veganen Rohkost verzehrt wird, rohe Eier, Rohmilchkäse und weitere Rohmilchprodukte. In der Rohkost für Alles-Esser kommen nach den bereits genannten Nahrungsmitteln der Rohkost-Varianten noch rohe Fleischsorten und Fisch dazu. Außerdem ist Rohkost als Salat beispielsweise häufig Bestandteil von Mahlzeiten aus der typischen Mischkost.

Hintergrund und Theorie zu Rohkost

Bei zahlreichen Lebensmitteln hinterlässt der Vorgang des Erhitzens seine Spuren. Denn dadurch werden beispielsweise Nährstoffe wie ungesättigte Fettsäuren oder Vitamin C zerstört, da sie besonders temperaturempfindlich sind. Durch das Kochen nimmt etwa der Vitamin-C-Gehalt bei den entsprechenden Nahrungsmitteln ab. Daher nimmt man weniger Vitamin C auf, wenn man dasselbe gekocht statt roh isst. Weiterhin können durch das Braten weitere Stoffe entstehen, wie beispielsweise das schädliche Acrylamid. Werden einige Fett erhitzt, entstehen Zersetzungsprodukte. Das Nahrungsmittel und dessen Inhaltsstoffe verändern sich im Vergleich mit dem Lebensmittel, das es vor dem Erhitzen war. Den nicht gekochten Nahrungsmitteln schreibt man also die höchste Wertigkeit zu.

Vorteile

Vorteilhaft bei der Rohkost ist, dass man mit den rohen Lebensmitteln nicht veränderte native Nährstoffe zu sich nimmt. Das sind beispielsweise Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe, nicht raffinierte Fette, Sekundärpflanzenstoffe und Enzyme. Auch nimmt man mit dieser Ernährungsform keinerlei Reaktionspunkte mit der Nahrung zu sich. Bei den Reaktionspunkten handelt es sich um Stoffe, welche entstehen, wenn die Lebensmittel erhitzt werden. Zudem soll Rohkost besser für das Immunsystem sein. Des Weiteren ist sie für die Gewichtsreduktion insofern unterstützend zu sehen, weil man den Lebensmitteln meist kein Fett hinzugibt, wie es zum Beispiel in der Pfanne beim Braten geschieht. In der Regel ist Nahrung fettreduzierter, wenn diese nicht zubereitet wird. Rohkost-Befürworter sagen ebenso, dass sich der Körper des Menschen bislang keineswegs an erhitzte Mahlzeiten gewöhnt hat. Das zeigen zahlreiche ernährungsbedingte Erkrankungen. Wenn man hingegen Schimpansen betrachtet, die mit dem Menschen eng verwandt sind, so sieht man, wie man sich mit Rohkost gut ernähren kann. Selbst wenn dem Menschen für eine ausgewogene Rohkost sogar weitaus mehr Lebensmittel zur Verfügung stehen im Gegensatz zu unseren tierischen Verwandten.

Gesundheitliche Faktoren

Es kommt stets auf die Ausprägung an, wie sehr man der Ernährungsweise folgt. Wenn man sich nur von Rohkost ernährt, kann das auf die Verdauung Auswirkungen haben. Es ist möglich, dass Rohkost zu einer unvollständigen Verdauung führt. Dadurch wird das Aufnehmen von einigen Vitaminen und Spurenelementen verschlechtert oder ebenso Blähungen hervorgerufen. Der Vorgang des Erhitzens bewirkt unter anderem, dass bei den Zellen die Zellmembranen aufgebrochen werden. Das führt dazu, dass dem Körper beim Verdauungsprozess mehr Vitalstoffe zur Verfügung stehen. Jedoch betrifft das keineswegs jedes Vitamin. Einige kann der Organismus besser aufnehmen, wenn diese erhitzt sind. Andere Vitamine sind roh besser verwertbar. Deswegen ist aufgrund dessen eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit gekochten und rohen Lebensmitteln ratsam. Zumindest, wenn es um eine besonders lange Zeit geht. Während eines begrenzten Zeitraums kommt der Körper gut mit lediglich roher Kost aus, ohne dass er dabei unter einem Nährstoffdefizit leidet.